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25 Jahre Jugendbegegnung Deutschland – Niederlande

Unter diesem Motto stand die diesjährige Jugendbegegnung des Mittelsächsischen Jugend- und Kulturvereins e.V. (MJV). Dieses Jahr würde es etwas Besonderes werden - dies wussten alle, die an dem Projekt der Jugendbegegnung teilnahmen. Denn es war ein Vierteljahrhundert geschafft. 11 Jugendliche und 6 Erwachsene fuhren am Montag, dem 18.06.2017, los nach Breda in die Niederlande.

Als wir nach einer 8-stündigen Fahrt endlich ankamen, bezogen wir unser Quartier inmitten eines kleinen Wäldchens. Dort wohnten wir gemeinsam mit unseren niederländischen Freunden. Direkt am ersten Abend gab es noch eine Überraschung für uns, denn wer wollte konnte zum EM-Fußballspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen gegen Schweden gehen. Dies nutzten auch viele von uns, da das Spiel in Breda ausgetragen wurde und wir dafür nicht weit fahren mussten. Dieses Erlebnis und die Stimmung im Stadion wird niemand so schnell vergessen.

Am nächsten Tag holten wir uns Fahrräder, damit wir nicht immer mit dem Auto fahren mussten. Mit unseren Fahrrädern ging es dann durch die Stadt, dort machten wir eine Schnipsel-Jagd. Die wurde von den Jugendlichen aus Holland organisiert. Wir mussten Fotos von besonderen Orten in Breda machen, aber auch andere Aufgaben lösen, zum Beispiel eine Mülltonne verkaufen oder eine Jogastunde auf der Straße abhalten. Das war natürlich sehr lustig, aber vor allem konnten wir dadurch Breda viel besser kennenlernen. Nach der erfolgreichen Schnipsel-Jagd fuhren wir zum Popcorner. Das ist ein Treffpunkt für Jugendliche, welche sich in ihrer Freizeit gern musikalisch betätigen und kreativ sein möchten. Dort gibt es, neben einem Musikstudio auch Proberäume und einen Konzertraum. Zusammen mit den niederländischen Teilnehmern der Jugendbegegnung haben wir ein Lied über diese 25-jährige Freundschaft des MJV und dem Popcorner geschrieben. Das Lied heißt „25 Years“. Nach den Proben und dem Abendessen gingen wir auf ein Konzert. In Breda ist es im Sommer Tradition jeden Dienstag ein Konzert im Park abzuhalten, beim dem verschiedene Musiker und Bands auftreten. Nach diesem Tag waren wir alle sehr müde und gingen schlafen.

Am Mittwoch hatten wir einen ganz entspannten Tag, denn es ging für uns an die Nordsee. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir in der Nordsee baden gehen und beobachten, wie die Ebbe einsetzte.

Am Donnerstag kam dann ein besonderes Highlight: es ging nach Amsterdam. Nachdem wir ein Museum zum Thema „Widerstand gegen die nationalsozialistische Besatzung der Niederlande“ besucht haben, stand ein Stadtbummel auf dem Plan. Diesen nutzten wir alle unterschiedlich: shoppen, im Cafe sitzen und Leute beobachten sowie natürlich auch zum Essengehen

Am Freitag hatten die Musiker unter uns ihren großen Auftritt. Unser selbst geschriebenes Lied wurde das erste Mal in der Öffentlichkeit präsentiert. Selbst der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Breda und das regionale Fernsehen waren da. Außerdem wurde der Vereinsgründer sowie Begründer der deutsch-niederländischen Partnerschaft, Roland Taffel, mit dem Preis als Ehrenbürgers in Breda ausgezeichnet. Damit wurde sein jahrelanges Engagement für den deutsch-niederländischen Jugendaustausch geehrt.

Am Samstag gab es erst Freizeit für uns und dann noch ein Konzert im Popcorner für uns, dies ging bis in die frühen Morgenstunden. Der Sonntag wurde noch einmal für einen Ausflug nach Belgien genutzt, unser Ziel war Antwerpen. Später fuhren wir noch zu Kees Schipper, dem Leiter vom Popcorner. Kees hat eine hübsche Farm mit vielen verschiedenen Tieren. Seine Frau hat uns an diesem Abend mit italienischer Pasta bewirtet, welche super lecker war. Später ging es dann auch leider schon ans Koffer packen, denn am Montag ging es wieder heimwärts.

Diese Woche wird jedem in Erinnerung bleiben. Und im Oktober findet dann der Gegenbesuch statt. Die Jugendlichen aus den Niederlanden kommen zu uns. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir eine kleine Gedenktafel in Erinnerung an die Außenstelle des ehemaligen KZ Flossenbürg in Nossen aufstellen. Damit soll die Aufarbeitung bzw. Auseinandersetzung mit der Judenverfolgung unter der NS-Herrschaft in den Niederlanden, wie mit dem Museumsbesuch eingeleitet, sowie in Deutschland aufgegriffen und abgeschlossen werden.

Im Rahmen eines internationalen Jugendaustauschs fand vor 25 Jahren die erste Jugendbegegnung in Kleve statt. Damals waren Jugendliche aus sechs europäischen Ländern beteiligt. Während dieses großen Austausch kamen die Jugendlichen mit dem Phänomen der Musik als internationale Sprache in Kontakt. Das Jugendwerk von Breda organisierte, in Zusammenarbeit mit dem Rotterdamer Konservatorium, einen einwöchigen Popmusik-Workshop, in welchem von den Jugendlichen Texte über die Begegnung geschrieben wurden. 1993 organisierte der MJV eine Begegnung mit Musik-Workshops in Sachsen. Seit dieser Zeit kommt es regelmäßig zu einer solchen Begegnung der beiden Vereine, wobei die Musik ein elementares Kommunikationswerkzeug darstellt.

Im Jahr 1992 begründeten Roland Taffel und Kees Schipper die Partnerschaft zwischen dem damaligen Mittelsächsischen Jugendverein Rüsseina e.V. und der Stiftung Verizontaal. Beide Organisationen verbindet die Arbeit mit Jugendlichen. Das gemeinsame Interesse für Musik, Medienarbeit, Geschichte, politische Bildung sowie der europäische Gedanke sind bis heute elementare Bestandteile der Partnerschaft.

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