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Bericht über die Bildungs- & Ferienfahrt nach Korfu

Städtepartnerschaften sollen nicht nur auf dem Papier stehen und zwischen den Stadtverwaltungen stattfinden, sondern sie sollten dazu dienen, Menschen verschiedener Regionen einander näher zubringen.
Dieser Aufgabe stellte sich der MJV und organisierte mit Hilfe des Städtepartnerschaftskommitee Meißen eine Bildungs- und Ferienfahrt nach Korfu. Als nördlichste der Ionischen Inseln war es aufgrund seiner strategischen Lage Drehscheibe zwischen Ost und West und das Tor zur Adria. Römer, Goten, Normannen, Venezianer, Franzosen, Russen, Türken und Engländer wechselten einander ab in der Herrschaft.

Für die Fahrt nach Korfu plante der MJV eine nicht alltägliche Route, wollte man doch die finanziellen Belastungen für die 23 TeilnehmerInnen so gering wie möglich halten.Mit drei Kleinbussen startete die Gruppe am 13.07.96 in Rüsseina.Den ersten Stop gab es am Gardasee. Der zweite Teilabschnitt führte alle bis Torino di Sangro, Fernab vom Touristenströmem und protzigen Hotelbauten schlug die Gruppe ihre Zelte auf einem nur von Italienern genutzten Zeltplatz auf. Wir 23 Deutsche hatten unter einigen hundert Einheimischen nie das Gefühl benachteiligt oder, wie so oft behauptet, bestohlen zu werden.
Der Zeltplatzwart räumte extra für unsere Lebensmittel seine Kühltheke im Geschäft. Auch am nächsten Tag mühten sich viele um uns, denn zwischenzeitlich hatte die Zündspule eines Kleinbusses den Geist aufgegeben. In südlicher italienischer Region eine Fachwerkstattzu erreichen ist nicht ganz einfach. Mitorganisator Swen Petzold brachte das Kunststück fertig, trotz Siestazeit den Abschleppdienst und die Mechaniker bei Laune zu halten. Am Abend waren alle Busbesatzungen am Fährhafen Brindise wieder vereint. Nun galt es nach 1900 km die Hürden des Einschiffensfür die Fähre Brindise - Korfu zu nehmen.

Dank der hervorragenden Englischkenntnisse Julianes orteten wir nach mehreren Anläufendas entsprechende Büro der Strintzis Lines. Andreas Großmann steuerte dabei den Bus ohne Blessuren durch das nächtliche Brindise. Jeder Einwohner nutzte die nächtliche Kühle für den Stadtbesuch. Am Dienstag, 16.07. um 10.30 Uhr begann die überfahrt nach Korfu. Eigentlich wollten alle um 19.00 Uhr in Kerkyra Stadt die Minoan Sun verlassen. Am Kai hatten sich alle für die Weiterfahrt gerüstet. Fahrer Jens Wittig schockte alle mit der Botschaft, daß aufgrund eines falschen Stellplatzes der Kleinbusse im Fahrzeugdeck die Schiffreise aufs griechische Festland fortgesetzt werden muß. Im Fährhafen Igoumenitsa klappte dann das Rangieren und nach der Rückfahrt begann Mittwoch 1.00 Uhr auf der Insel Korfu die Weiterfahrt nach Roda, unserem Unterkunftsort. Daß die kürzeste Verbindung in Griechenland nicht unbedingt die Beste sein muß, erfuhren alle bei der Fahrt über das Mittelgebirge Pandokratoras. Nach 45 min Fahrzeit singnalisierte die Besatzung des ersten Busses, daß die Straße in 700m Höhe nicht weiterführt. Glück im Unglück, quälte sich doch gerade in dieser nächtlichen Stunde ein Wartburg durch die Gebirgsregion. Der greichische Fahrer zeigte uns dann die Umgehungsstraße. Vorbildlich das Verhalten der griechischen Pensionsmitarbeiter. Sie hatten bis 3 Uhr ausgeharrt und wiesen uns nach einer kurzen Erfrischungspause die Unterkünfte zu.Während des Aufenthaltes auf der Insel besuchten die Jugendlichen mehrmals die Stadt.
Am 18.07. trafen Juliane Plüschke, Christina Reichel, Katrin Rohland, Andreas Großmann und Swen Petzold mit dem Bürgermeistervon Korfu Stadt in seinem Amtssitz, einem 1663 im venezianischen Baustil errichteten Rathaus zusammen.Sie überbrachten die Grüße der Stadtverwaltung Meißen und desKreisjugendringes. In einem kurzen Gespräch informierten dieJugendlichen über die Reise und ihren Aufenthalt. Der Bürgermeister erklärte seine Unterstützung für unseren Besuchund organisierte für die Besichtigung der Stadt und der Insel Vidos  Angelos Vassilakis als Betreuer und Dolmetscher.Am gleichen Tag informierten sich alle in der alten Festung überdie abwechslungreiche Geschichte der Insel. Am Sonnabend besuchten wir mit Angelos, der während der Zeit dergriechischen Diktator in Deutschland lebte, die Insel Vidos.Hier hatten die Beteiligten die Gelegenheit mit griechischen Jugendlichen und Schülern zu sprechen, die im Ferienlager aufder Insel weilten. Beim Volleyballspiel kamen sich alle schnellnäher. Nach einem Spiel mit gemischten Mannschaften brannten die jungen Griechen darauf einen Ländervergleich durchzuführen.
Nach zwei Stunden stand es 3:2 nach Sätzen für die deutsche Jugendgruppe. Viel Spaß hat es allen gemacht und für die Zukunftkönnten auch sportliche Begegnungen angestrebt werden. Die griechischen Mädchen und Jungen zeigten ein hohes sportlichesNiveau. Interessant waren für viele auch die Gespräche mit Angelos und den Betreuern des Ferienlagers über gesellschaftspolitsche Themen wie Wirtschaftslage des Landes, Kriminalität, Verhältnis zu den Nachbarn Albanien, Serbien und der Türkei. Nach dem Mittagessen machten die Konditionsstärksten noch einen längeren Spaziergang über die Insel. Alte Festungsanlagen galtes zu entdecken, ein Besuch eines Pfadfinderlagers schloß sich an und im Mausoleum, welches zu Ehren der Kämpfer im zweitenWeltkrieg errichtet wurde, schrieb Manuela Güldner im Namen der Gruppe ins Gästebuch ein. Am 23.07. hatten alle ausgiebig Gelegenheit die Innenstadt kennen zu lernen. Oliver Müller aus Wolkau beeindruckte vor allemdas Nebeneinander von Tourismus und Eigenleben der Stadt.Am Abend war ganz Korfu in den Parkanlagen und engen Straßen zu sehen. Weitere Attraktionen der Insel waren die buchtenreiche Westküstemit dem Kloster Paleokastritsa, der 906m hohe Berg Pandokratorund die vielen kleinen Dörfer mit ihrem unverwechselbaren Flair.Einige Jugendlichen liehen sich für eine längere Erkundungsfahrtin den Süden der Insel Motorräder aus. Mit vielen Eindrücken im Gepäck bestiegen die 23 Teilnehmer/innen am Mittwoch wieder die Fähre nach Brindise.
Diesmal verlief die überfahrt ohne Probleme. Im Urlaubsort Catolika machte die Gruppe für zwei Tage Rast. Ein Besuch derRepublik San Marino schloß sich an. Im Gegensatz zu Korfu Stadt war hier der touristische Rummel sehr offensichtlich.Für viele war auch der Abstecher nach Venedig auf der vorletzten Etappe der Fahrt ein Erlebnis. Ziel war nicht nur der impossanteMarcusplatz sondern auch die Gebiete fernab der Touristenwege.Für die letzte Strecke dieser Ferienfahrt sammelten alle nocheinmal kräfte am Gardasee. Diesmal wählte die Gruppe einen Zelt-platz am südöstlichen Ufer. Am Ende war das Team so gut aufeinander eingespielt, daß nur 1,5h vom Weckruf, über Waschen, Frühstück, Zeltabbau und Packen bis zur Abfahrt der drei Kleinbusse genügten. Wohlbehalten kamen am 28.07. alle wieder in Rüsseina an. Das erfolgreiche Abschneiden ermuntert zu Weitermachen.

Bestimmt werden sich im nächsten Jahr Mitglieder des Jugendvereines ein Herz fassen und weitere Bildungs- und Ferienfahrten, internationale Jugendbegegnungen und Workshops organisieren.
Wer Lust hat dabei mitzutun, melde sich bitte bei Swen Petzold, Heiko Damm, Henri Daßler, Manuela Güldner und anderen.

Der MJV bedankt sich bei der Gemeinde Ketzerbachtal, der Stadt Meißen, dem Kreisjugendring Meißen, dem Jugendamt Döbeln und Frau Wähling aus Heynitz für die Unterstützung.

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