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Bericht zu int. Jugendbegegnung Deutschland-Niederlande


Eine Woche Aktivitäten, Projekte, Musik und das Zusammenleben im Studentenwohnheim Roßwein liegen hinter den 30 Teilnehmern, von denen 22 im Studentenwohnheim an der Mulde übernachteten. Der Winter zeigte seine moderate Seite, was den Winter unerfahrenen Niederländern zu Gute kam. Sollte es wieder einmal im Februar stattfinden, sollte man mehr die Wintersportaktivitäten beachten.

Die ersten drei Tage gab es verschiedene Musikworkshops, wovon sehr die Rapper aus Breda profitierten, die erstmals eine professionelle Anleitung durch Mirko Gaumnitz erhielten. Die zwei anderen Musikgruppen wählten unterschiedliche Programme, wobei die eine Gruppe härtere Töne anschlug, was mehr ankam. Die andere blieb im Pop-Bereich verankert, was den Sängerinnen gefiel, den Jungs allerdings nicht so. Die Zeiten der typischen Workshop-Songs ind eben vorbei.

Wir waren froh, dass wir das Jugendhaus Roßwein nutzen konnten, hier beschäftigten sich die Teilnehmer neben der Musik auch mit Billard und anderen Dingen. Die Niederländer waren sehr angetan, denn in ihrer Stadt, immerhin 200.000 Einwohner,  wird der Rotstift angesetzt. Vor 20 bis 10 Jahren gab es in Breda an jeder Ecke Bürger- und Jugendhäuser. Der Altkreis Döbeln sollte sich dies erhalten und die Jugendlichen müssen es mehr nutzen.

Beim Ausflug nach Dresden lernten die Jugendlichen auch die Schattenseiten einer Großstadt und der Gesellschaft kennen. Der Besuch des Treberhilfe Dresden e.V., welche aktive Jugendarbeit betreibt, vermittelte einen Eindruck vom Leben der Menschen auf der untersten Stufe der städtischen Hierachie. Mit einem Musikprojekt hatte diese Institution alle Straßenmenschen zusammengebracht. Die Fraktion der Rapper erwartete zwar den typisch großstädtischen Sound, für sie war es leider nur ein Hauch von Emotionalität.

Ansonsten konnten bei der Heimfahrt die niederländischen Fahrer dem Winter, es fiel angemessen Schnee, nichts Gutes abgewinnen. Unsere Freunde aus dem Nachbarland spürten auch die Spannung, welche im Vorfeld des 13. Februars hier herrschte, was durch die Polizeipräsenz noch hervorgehoben wurde. Bei besseren Schuhwerk und einer wärmeren Oberbekleidung wären wir bei der Menschenkette zugegen gewesen. Zweimal hatte unser Verein mit Jugendlichen aus den Niederlanden an der Demo teilgenommen.

Im Jugendhaus und Studentenwohnheim wurde gemeinsam gekocht, abgewaschen und eingekauft. So bekam man doch unterschiedliche Essgewohnheiten besser mit. Dies war vor allem bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht ganz einfach. Und Essen bestimmt nun einmal einen großen Teil unseres Lebens. Daniela und Luisa meisterten die kniffligen Situationen. Sie fertigten auch mit den Mädchen aus den Niederlanden eine Fotopräsentation an und versuchten der Zukunftswerkstatt Leben einzuhauchen. Es ist aber wie in überall, „SMS-Deutsch" erschwert auch hier das Erkennen von Zusammenhängen. Trotzdem wissen wir jetzt mehr über den Background und die Wünsche der Teilnehmer.

Bei drei Livemusik-Präsentationen zeigten die Mitwirkenden ihr Können, was sich im Old Town Pub doch etwas schwierig gestaltete. Leider hatte in der Vorabsprache die Chefin nicht bedacht, dass am Mittwoch der Schnitzeltag ist und gleichzeitig der Dortmunder Fußballverein den weiten Weg in die Ukraine machte. Worauf man heute so zu achten hat. In Radebeul lief es hingegen sehr gut, hier passte alles. Wieder beeindruckte ein tolles Jugendhaus die Gäste. Vielen Dank den Radebeulern!

Der Freitag sollte der große Auftritt für die Rapper aus Breda-Nord werden. Es gab hier Licht und Schatten.  Christian und Mirko hatten alles gut vorbereitet. Mit ihrer Performance in einem Spitzenclub überforderten wir teilweise die Jungs. So etwas waren sie nicht gewöhnt. Außerdem war die Anzahl der Titel zu gering, um richtig in Fahrt zu kommen. DJ Ron, MG und Rapper Speche holten dann die Kohlen aus dem Feuer. Für uns auch eine Lehre, Straßenrap mit Beats vom Handy, ist nicht so leicht in Workshops und Clubs umzusetzen. Durch Mirko wissen sie nun, was eigentlich dahintersteckt und das ist schon ein Erfolg. Er soll auf alle Fälle einmal nach Breda kommen.

Für die Betreuer Paul Kruis und Ad Landa waren die Tage ebenfalls interessant, es galt die drei unterschiedlichen Gruppen zu einer Einheit zu formen. Ad bestätigte uns, dass sich auf alle Fälle die Rockmusiker hier neu gefunden haben. Lob an die Mädels und Jungs von unserer Seite, welche am Samstag alles ordentlich aufgeräumt haben.

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