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Gute Musik – zahlreiche Gäste – ausgelassene Stimmung

Ein Rückblick auf das 5. Internationale Blues & Rock Festival - Nach drei anstrengenden und schönen Tagen kann der Mittelsächsische Jugendverein eine positive Bilanz zum Festival ziehen. 1800 Besucher konnten wir insgesamt an den Veranstaltungstagen zählen. Damit bestätigten sich die langwierigen und aufwendigen Vorbereitungen, die seit letztem Jahr liefen. Um ein so umfangreiches und vor allem internationales Programm anbieten zu können, braucht es einen frühen Planungsbeginn. Die vielen Helfer sehen nun den Erfolg und können stolz auf ihre Arbeit zurückblicken. Das Wetter meinte es ebenfalls gut mit uns. Auch wenn gegen Abend hin die Temperaturen ganz schön in den Keller rutschten, so schien doch über alle drei Tage hinweg die Sonne und bescherte den Besuchern ein herrliches Festivalerlebnis.

Am Mittwoch hieß es Eintritt frei, und das ließen sich gut 250 Gäste nicht zweimal sagen. Auf der Bühne sorgten Michael, Claudia und die Niederländer Victor, Angelo und danach Kees Schipper und Ad Landa mit ihrer Unplugged-Musik für den richtigen Einstieg. Danach folgte ein Dokumentarfilm über den Blues, bei dem auch bekannte Musiker wie Lou Reed oder Nick Cave zu sehen waren. Erstaunlicherweise kam der Film bei vielen Gästen trotz der kalten Temperaturen im Zelt gut an. Sicher ist dem ein oder anderen erst hier der historische Kontext der Blues-Musik klar geworden. Gegen Mitternacht setzte ein starker Regen ein, der bei so manchem auf die Stimmung drückte. Aber pünktlich vor Beginn des Festivals am Donnerstag hörte es dann auch wieder auf.

Bereits ab zehn Uhr kamen die ersten Gäste. Jeff Jirout aus den Südstaaten trat als erster vor einem überschaubaren Publikum an, doch ein kontinuierlicher Zustrom von neuen Gästen, darunter sehr viele Familien, ließ die Menge langsam aber stetig anwachsen.

Roth war der Moderator des Festivals. Er kannte sich mit allen Bands gut aus und sorgte für einen reibungslosen Ablauf auf und hinter der Bühne. So erfuhren auch viele Gäste, die zufällig auf ihrer Himmelfahrts-Tour in Altzella Halt machten, wer gerade auftrat und welches Land gerade vertreten wurde. 13:00 Uhr war das erstmal wieder Deutschland mit einer Gruppe, die international von sich reden machte und sogar als beste Bluegrass Band der Welt gehandelt wird: die „Fox Tower Bluegrass Band“ aus Jena. Ihre lockere und folk-lastige Musik bewegte so die ersten Leute zum Tanzen. Danach ging es international weiter mit den Franzosen U-Turn um die Sängerin Stephanie Guimard und natürlich Kees Schipper, der ja schon irgendwie nicht mehr vom Festival wegzudenken ist.

Stan The Man begann 17:00 Uhr mit seinem soliden und eindrucksvollen Chicago-Blues. Er allein an der Gitarre und sein Partner am Kontrabass, eine einfache aber wirkungsvolle Besetzung, die zeigte, dass in Zeiten überproduzierter Popmusik im Radio und Vollplayback-Auftritten im TV der Wert richtig guter handgemachter Live-Musik in Vergessenheit geraten ist. Stan begann nach der Ansage wie auf Knopfdruck zu spielen, so als würde er nur für die Musik leben und auf der Bühne zuhause sein. Nach einer Stunde Musik vom Feinsten zollten die Zuhörer endlosen Beifall und forderten Stan auf die Bühne zurück. Er kam und spielte weiter, als ob er nie von der Bühne gegangen wäre.

Mit dem zweiten Auftritt des Niederländers Kees Schipper & Bemanning wurden die Töne zunehmend kompakter. Auch die Tanzfläche war jetzt ununterbrochen gefüllt. Schnelle BluesRock-Nummern mit eindrucksvollen Solis wechselten mit einfühlsamen Balladen wie Eric Burdon’s „Don't let me be Misunderstood“.

Im Anschluss rockten U-Turn mit Hits aus den Achtzigern und Neunzigern ordentlich weiter. Stephanie zeigte wie eine Frontfrau zu agieren hat. Den treibenden Riffs ihrer Kollegen verschaffte sie den richtigen Kick. Genau das Richtige nach den gestandenen Bluesgrößen. Die Chemnitzer Band Dolly’s Meat zeigte eine sehr moderne Form des Rhythm & Blues. Die jungen Musiker interpretierten dieses Genre auf ihre Art sehr experimentierfreudig. Es wurde mehr als ein Achtungserfolg. Mit der Bandauswahl bleibt der MJV seiner Linie treu, neben gestandenen Musikern auch jungen Bands ein Podium zu geben. Das Publikum honorierte dieses Streben.

Zum Großteil waren wieder viele Familien zu Gast. Ohne sie wären die Rock- und Bluestage wohl auch nicht, was sie sind: fröhlich und von den unterschiedlichsten Gästen besucht. Den Kindern wurden dieses Jahr mehr denn je angeboten. In diesem Zusammenhang möchten wir uns für die tolle Arbeit des Offenen Hauses um Antje Wagenzink und Danilo Hutt bedanken, die die Hüpfburg betreuten und vielerlei Spiele mit im Gepäck hatten. Ebenso geht großer Dank an die Beatzentrale um Steffen Peschel, die mit ihrem gemütlichen Teezelt und ebenso mit vielen Angeboten für die Kinder angereist waren. Das Ponyreiten des Reiterhofs Großschirma komplettierte das umfangreiche Angebot für die Kleinsten. So konnten die Eltern in aller Ruhe der Musik lauschen, während ihre Kinder in guten Händen waren.

Zum Schluss brachte am Donnerstag die Chemnitzer Band Meniak eine ordentliche Portion tanzbaren Ska mit ins Spiel, bei dem man die kalten Temperaturen wieder wegtanzen konnte. Zu verdanken ist dies auch unseren Techniker Andre und Friedemann, der Lichtcrew mit Sven, Ronny und Peter.

Der Freitag lief mit sechs Bands und ca. 400 Gästen relativ entspannt für die Veranstalter ab. Da blieb auch schon mal die Zeit, sich für eine Stunde auf der Wiese zu sonnen. Die Helfer vor Ort kannten ihre Aufgaben und alles lief wie am Schnürchen. Die Bands nahmen diese entspannte Atmosphäre auf und gaben auf der Bühne ihr Bestes. Dabei überraschte die Harthaer Schülerband „Bloody Mary“ alle mit Covertiteln von Metallica und Black Sabbath, während Lord Green die Musik von Barry White nach Altzella brachte. Brit Pop und New Metal brachten die niederländischen Bands Communication Breakdown und Rayzor zu Gehör.
Den Abschluss des Tages machten Killjoy aus Italien und bereicherten das Festival mit einer deftigen Portion PowerPunkRock.

Einige auswärtige Gäste zollten den Jugendlichen für die Organisation des Festivals ein großes Lob. Für so wenig Geld so viel gute Bands, dies war für sie erstaunlich. Die Betreuung der Bands erfolgte lobenswert durch Benni, Lutz, Beate, Mirko und Falk. Neben ihnen gab es noch viele Helfer in den verschiedenen Bereichen, die zum Gelingen beitrugen. Ohne sie ist so ein großes Projekt nicht zu stemmen. Als Kassenchefin hatte Jacqueline immer den überblick. Das Dr. Böhm Quintett, Holger,
Eric, Christian und Erik sorgten auf dem Parkplatz und im Gelände für Ordnung. Franziska richtete noch kurzfristig einen Cafestand ein, so dass der Appetit nach Süßem gestillt werden konnte.

Gleichzeitig weilten 21 niederländische Jugendliche bei uns. Anlässlich der 15jährigen Zusammenarbeit mit der niederländischen Stiftung Vertizontaal hatten wir für drei Jugendbands noch einige andere Auftrittstermine organisiert. Wir danken dafür besonders der Döbelner Band Rolling Hedgehog und dem Jugendhaus Naundorf für ihre Hilfe. Im Studentenwohnheim Rosswein kümmerten sich Kristin, Toni, Christin und Claudia um die Gäste.


Und wenn ihr die Fotos vom Festival in trüben Novembertagen anschauen könnt, so ist das Kristin Flade und Christian Uhlmann zu verdanken. Wir freuen uns, dass auch in Zukunft wieder Rock- und Bluestage in Altzella stattfinden werden. Mit der Klosterverwaltung wird demnächst die Veranstaltung ausgewertet und die Grobplanung für 2008 angestrebt. Eins ist aber hängengeblieben: Viele Verantwortliche waren überrascht, dass es so viele Musikinteressierte in unserer Region gibt und es sich immer lohnt Live-Musik anzubieten.

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