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Workshops des MJV in Schlottwitz und im JC Roßwein

Die Schlottwitzer Begegnungsstätte „Boot“ vom 31.03.-02.04.06: Rhythmen und Klänge von Schlagzeug, E-Gitarren, Keyboard und Cello füllen den Saal. Jugendliche lauschen an einer langen Tafel, die mit Notenheften übersät ist. An einer Wand ist ein Stück Packpapier angezwickt. In bunter, fetter Schrift leuchtet darauf eine Liste von Liedtiteln. Auch „The Letter“ von den Box Tops ist dabei. Die evangelische Jugendarbeit des Kirchenbezirkes Dippoldiswalde hat zum Band-Workshop geladen. Er soll der Auftakt zu einer integrativen Band-Arbeit sein – unter dem Motto „Einander dienen, gemeinsam gewinnen".

25 Jugendliche sind gekommen, darunter auch vier Jungen aus dem Kinder- und Jugendheim der Diakonie in Schmiedeberg. 20 Jugendliche waren es zwei Wochen später im JC Roßwein. Hier probten die Teilnehmer unter Anleitung von Steffen Goepel. „Die ‚Aktion Mensch – 5000 x Zukunft‘ hat das Projekt in Schlottwitz gefördert, sodass wir eine komplette Anlage und elektronische Instrumente anschaffen konnten“, freut sich Jugendwart Dirk Wolf. Mit viel Erfahrung in der Band-Arbeit sind außerdem Roland Taffel und vier junge Musiker vom Mittelsächsischen Jugendverein aus der Nähe von Nossen angereist.
Vom Mischpult ruft einer: „Jetzt singt noch mal rein, Mädels!“ Susanne Henkel und Denise Klein heben die Mikrofone. Sie intonieren: „Yes, she wrote me a letter …“ – „Perfekt“, klingt es zurück. Patrick Höpfner ist in Schlottwitz mit dabei.  Der 16-Jährige zieht die Pudelmütze zurecht. Dann gestaltet er locker den Haupt-Part. „Ich habe noch nie in einer Band gesungen“, gesteht Patrick danach. „In dir steckt ein Hip-Hop-Sänger“, sagt Roland Taffel. Patrick, der im Heim lebt, genießt das Wochenende. „Ich hatte gerade viel Stress. Es ist schön, mal was anderes zu sehen“, sagt er. Hinterm farbenfrohen Haus reckt sich der Lederberg empor. In einer Pause kommt auch Christian Frenzel heraus. Der 18-Jährige ist beim MJV herangewachsen. Mittlerweile hat er eine eigene Band: Silverspoon. Er erzählt begeistert von internationalen Treffen und Muggen bis in die Nacht.
 
Musik verbindet:
Leidenschaftlich resümiert Frenzel: „Musik verbindet. Man kommt mit jedem klar.“ – Dann geht er zurück ins Boot. Nicht wieder ans Schlagzeug, sondern zu den Gitarristen in einen Extra-Raum. Eine Sängerin und ein Keyboarder proben dort mit. Roland Taffel rät: „Ihr müsst das Ganze dynamischer gestalten, nicht wie einen Einheitsbrei“. Er lässt Soli einflechten und gibt weitere Tipps.
Der Workshop soll ein erster Anreiz sein. „In der Glashütter Außenstelle des Schmiedeberger Heimes wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Haus einen Band-Raum einrichten“, verrät Dirk Wolf. Der werde ordentlich gedämmt sein. Die Jugendlichen sollen ihn selber mit gestalten.
Der Jugendwart sieht in der integrativen Band-Arbeit noch eine besondere Chance: „Bei dem Miteinander unterschiedlichster Leute durften wir schon erfahren – und erhoffen es uns für jedes Treffen neu –, dass christlicher Glaube für andere greifbar wird.“

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