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Aus alt mach neu

der Blues oder was von ihm übrig ist auf dem 8. Internationalen Blues- und Rockfestival Altzella - am 13. Und 14. Mai 2010 im Klosterpark Altzella

Sie sterben langsam aus, die alten Blueser. Wir sind mit ihnen groß geworden, haben ihnen gelauscht, sie bewundert aber auch belächelt. Denn in den letzten zwanzig Jahren erschien so mancher Blueser, meist altes Urgestein aus den seeligen Ostrockzeiten, recht dekadent, irgendwie aus der Zeit gefallen. Angesichts von Internetdownloads, Myspace-Portalen und Castingbands war scheinbar nichts so unzeitgemäß, wie grauhaarige, dickleibige und Jeanswesten tragende Bluesrocker mit zotigem VoKuHiLa und Schnauzbart, die auf zweitklassigen Stadtfesten von traurigen Dingen und den guten alten Zeiten sangen. Doch langsam, schleichend, beinahe unbemerkt ändert sich das Bild. Die alten Blueser sterben aus, gehen in Rente, werfen das Handtuch. Und plötzlich fehlen sie. Schmerzlich wird uns bewusst, wie sehr sie Teil von uns waren und wie sehr wir uns an sie gewöhnt hatten.
Beim 8. Internationalen Blues- und Rockfestival in Altzella, am 13. und 14. Mai 2010 im Klosterpark Altzella gibt es sie noch, die alten Blueser. Sie tummeln sich dort vor idealer Kulisse, den Ruinen des alten Klosters und mischen sich mit jungen Nachwuchsbands, die sich hier ausprobieren können und Erfahrungen sammeln können. Das ist das Anliegen des Veranstalters, des Mittelsächsischen Jugendvereines e.V. und seit den ersten Tagen Grundkonzept des Festivals. Nur wenige dieser Nachwuchsbands haben sich allerdings dem Blues verschrieben, das ist wohl der Lauf der Dinge. Schon seit acht Jahren bietet dieses Festival dem Blues und dem, was von ihm übrig ist eine Nische. Pünktlich immer an Christi Himmelfahrt, manche sagen: am Männertag, öffnet das Blues- und Rockfestival seine Pforten. Auch in diesem Jahr mischen sich wieder einige Neuheiten unter die alten Blueser. „Rita Lynn“, eine junge Band aus Holland pflegt das traditionelle Blueserbe und interpretiert das alte Genre auf moderne Weise. Adwoa Hackmann, ein zerbrechlich erscheinendes Juwel aus Berlin bringt solo mit Gitarre zarten Soul auf die Bühne, ein spannender Kontrast zum restlichen Programm. „Modern Earl“ und „The Don Darlings“ bespielen die Country-Ecke und bringen das Tanzbein zum Schwingen. Mit „Four Roses“ spielt am späten Nachmittag und noch einmal als Absacker zu später Stunde eine routinierte Coverband, die soliden Rock auf der Bühne zusammenzimmert. Schließlich ist da noch Kees Schipper. Er ist einer der ganz alten Blues-Garde und singt sich immer noch die Seele aus dem Leib – das ist Blues in Reinform.
Mit wenigen Worten beschrieben, besteht die Essenz des Festivals aus den Bands, viel guter Stimmung und entspannter Atmosphäre für die ganze Familie. Nachdem im letzten Jahr Bühne und Festival etwas größer ausfielen, soll es in diesem Jahr wieder gemütlicher werden. Bands und Publikum rücken näher zusammen und das Festival kann seine wirklichen Stärken ausspielen: die angenehme und entspannte Atmosphäre, bei der jeder auf seine Kosten kommt. Dementsprechend auch das Line-Up: es gibt keine wirklich großen Headliner, sondern einige internationale Bands aus allen Generationen, die auf hohem Niveau Musik, vor allem Rock und Blues spielen. Das ist heutzutage selten, denn früher war ja alles besser, wenn man den alten Bluesern glauben darf.
Weitere Informationen unter: www.mjv-online.de

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