Altzella ist das beste Bluesfestival Deutschlands
von Jürgen Mummert
unsere Reise zum German Blues Award 2026
Vier Tage, rund 1400 Kilometer, jede Menge Nebel und ein Abend, den wir nie vergessen werden: Eine Delegation unseres Vereins war in Freiburg bei der German Blues Challenge – und kam mit dem German Blues Award 2026 in der Kategorie „Festival“ nach Hause. Hier erzählen wir, wie es dazu kam.
Donnerstag: Aufbruch Richtung Süden
Am Donnerstagmorgen ging es los: Erik, Uli, Nicole, Tobias und Heike machten sich auf den Weg nach Freiburg im Breisgau, wo am Wochenende das Freiburg Blues Festival mit der German Blues Challenge stattfand. Dass wir dort nicht nur als Gäste dabei sein würden, wussten wir bereits – verraten durften wir es aber noch niemandem. Die Stimmung im Auto war von Anfang an bestens. Bei der ersten längeren Pause an einer Fast-Food-Raststätte ließ sich die Truppe ein Erinnerungsfoto vor der Kinderrutsche nicht nehmen. Und Heike setzte sich kurzerhand eine Papierkrone auf. Damals noch ein Spaß, im Nachhinein fast ein Omen.
Zwischenstopp in Heidenheim
Auf der Strecke lag Heidenheim an der Brenz – die Partnerstadt von Döbeln. Diese Verbindung nutzten wir für einen Besuch beim Kulturbündnis Heidenheim e.V. Vorstandsmitglied Anamari Filipovic empfing uns herzlich und erzählte, was der Verein in Heidenheim alles auf die Beine stellt. Wir hatten ein paar Präsente rund um unser Festival im Gepäck und haben viele Ideen und einen neuen Kontakt mit nach Hause genommen. Vielen Dank für den schönen Nachmittag!
Freitag: Freiburg entdecken
Der Freitag begann mit einem gemütlichen Frühstück im Hotel. Danach ging es hinein in die Stadt: über den Markt mit seinen vielen Ständen, durch die wunderschöne Altstadt bis zur Kirche, die wir uns auch von innen angesehen haben. Uli fand dabei – nach eigener, sehr bestimmter Aussage – den weltbesten Cappuccino. Und Freiburg zeigte sich von seiner geheimnisvollen Seite: Immer wieder zogen dichte Nebelschwaden durch die Gassen. Am Abend wurde es dann bluesig. Beim Meet & Greet der German Blues Challenge trafen wir viele bekannte Gesichter der Szene: Jan Hirte, die No Sugar Mamas und Kat Baloun, die schon bei uns im Klosterpark auf der Bühne stand. Kat spielte an diesem Abend auch live. Außerdem lernten wir Barbara Bloch vom Baltic Blues e.V. kennen, die hinter der German Blues Challenge und den German Blues Awards steht, und Erik konnte sich mit dem Vorsitzenden der Blues Challenge austauschen.
Samstag: Nebel, Orgel und Soundcheck
Schon beim Frühstück am Samstag gab es die nächste schöne Begegnung: Peter Schmidt, unter anderem bekannt von East Blues Experience und in verschiedenen Formationen schon mehrfach Gast bei unserem Festival, war im selben Hotel abgestiegen. Uli musste natürlich noch einmal zu seinem Cappuccino-Stand – der weltbeste bleibt eben der weltbeste. Danach ging es mit der Seilbahn hinauf auf den Schauinsland, Freiburgs Hausberg. Die berühmte Aussicht blieb uns zwar im dichten Nebel verborgen, mystisch schön war es trotzdem. Am Nachmittag lauschten wir in der Kirche der Orgelmusik und kamen ein bisschen zur Ruhe, bevor es ernst wurde.
Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum Freiburg Blues Festival in der Wodanhalle. Wir schauten uns die Location an, hörten beim Soundcheck zu und unterhielten uns mit den Veranstaltern. Alle waren erstaunlich entspannt – zumindest nach außen.
Der große Abend: German Blues Award 2026
Dann war es so weit. Barbara Bloch vom Baltic Blues e.V. trat auf die Bühne und hielt die Laudatio für die Kategorie „Festival“. Sie freue sich, sagte sie, dass in diesem Jahr ein Festival aufgetaucht sei, „das bisher bei ganz vielen ziemlich unterm Radar gelaufen ist“. Und sie verriet mit einem Augenzwinkern, dass dieses Festival einen kleinen klerikalen Touch habe: Es gibt es seit fast 25 Jahren, es findet im Osten der Republik statt, in Sachsen – und zwar in einem Kloster. Spätestens da war klar, um wen es ging: Der German Blues Award 2026 in der Kategorie „Festival“ geht an das Internationale Blues & Rock Festival Altzella! Uli nahm den Preis stellvertretend für uns alle entgegen und sprach aus, was wir alle fühlten: „Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für uns bedeutet.“ 25 Jahre lang ein solches Festival aufzubauen, stecke jedes Jahr unglaublich viel Energie, Kraft, Leidenschaft und manchmal auch Verzweiflung. Auf der Bühne standen wir stellvertretend für den harten Kern von 15 bis 20 Leuten und für rund 120 freiwillige Helferinnen und Helfer, die das Festival jedes Jahr möglich machen. Drei Botschaften hatte Uli im Gepäck: Erstens – vergesst den Osten nicht. Hier gibt es Menschen, die für eine offene, tolle Gemeinschaft sorgen und Musik live auf die Bühne zaubern. Zweitens – wir glauben an die Kraft der Live-Musik: „Lasst euch von Streaming und KI und was auch immer bitte nichts vormachen … Live-Musik bringt die wahren Emotionen und verbindet Menschen.“ Und drittens, ganz passend zum klerikalen Touch, eine frohe Botschaft: „Der Blues lebt, meine Damen und Herren.“ Zum Schluss gab es noch eine Überraschung: Wir laden die Siegerband der diesjährigen German Blues Challenge, zu unserem Festival zu Himmelfahrt 2027 nach Altzella ein.
Direkt nach der Verleihung fassten Uli und Erik ihre Gefühle noch einmal zusammen. „Das macht uns total stolz, denn der Preis geht nicht nur an uns, sondern an fast 120 ehrenamtliche Helfer, die sich seit fast 25 Jahren für dieses Festival engagieren“, so Uli. Erik ergänzte: „Das ist eine Riesenanerkennung für 25 Jahre ehrenamtliche Arbeit für das Blues- und Rockfestival in Altzella.“ Und Uli weiter: „Ich freue mich auch, dass es ein Festival aus dem Osten geschafft hat, diesen Award zu bekommen. So bekommt die Bluesszene aus dem Osten endlich mal eine Stimme. Das spornt uns an, einfach weiterzumachen.“ Erik, die nächsten 25 Jahre gehören uns – „Ja, auf jeden Fall!“ Übrigens: Heike hatte die Krone ja schon auf dem Hinweg auf. 👑 Danke! Dieser Preis gehört euch allen: unserem Publikum, das uns seit über zwei Jahrzehnten die Treue hält, allen, die beim Online-Voting für Altzella abgestimmt haben, unseren vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den Bands, die bei uns auf der Bühne stehen, und unseren Partnern, Förderern und Sponsoren.
Ein großes Dankeschön auch an Barbara Bloch und den Baltic Blues e.V. für diese Auszeichnung, an die Bluesfreunde Freiburg für ein unvergessliches Wochenende und an das Kulturbündnis Heidenheim für die Gastfreundschaft.