Archiv

Archiv 2008

von Robert Pfeifer

Kulturelle Angebote des MJV im Herbst

Ende Oktober und im November hatte der MJV Künstler aus NL und Irland zu Gast. Es gab Workshops und kleine Auftritte in Mittelsachsen. Wir nutzen auch unseren eigenen Tanzraum, die Dance Factory auf der Dresdner Straße in Hartha. Es ist natürlich schwer, Neues zu schaffen und zu etablieren. Was in der Barthmühle Garsebach und im Pub Prinz Albert Inn schon gut funktioniert, muss nicht zwangsläufig ein Erfolg in einer anderen Stadt werden. Wir bleiben aber in Hartha am Ball.

Die beiden Bands boten professionelle Musik ihres Genres, was die Zuhörer sehr beeindruckte. Beide Bands waren stärker als  im letzten Jahr.
 

Jeremy und Tim ergänzten sich optimal und gehören einmal in die  großen Clubs von Dresden oder Leipzig, die ja bekanntlich auch oft im eigenen Saft schmoren.
In Dresden waren beim Irish Folk leider nur 20 Zuhörer im Dachsaal des Riesa efau.
Die zeigten sich sehr begeistert. Vielleicht erzählen sie es weiter, welche guten Leute der MJV ins Rennen schickt. Im Gegensatz dazu platzte die Barthmühle aus allen Nähten. 

Kees, Tom und Ad aus NL beeindruckten mit mannschaftlicher Geschlossenheit. Ihr Spiel ist sehr kompakt und erhielt durch Tom van de Schoot am Bass noch mehr Druck. Mit ihrer herzerfrischenden Art (trotz 50 Plus) geben sie den jungen Musikern immer wieder Anregungen und Tipps. Schön ist, dass sich neben den kleinen Gigs auch Dirk Näther und Jan   für eine Zusammenarbeit im Sinne des mexikanisch geprägten Blues Stils gefunden haben.


Der Wintereinbruch kostete in Freiberg zwar einige Besucher, dass Riss aber des Pub im Döbeln wieder raus.  Wir danken 1A Auto Werner für die Unterstützung mit dem Kleinbus.

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von Robert Pfeifer

Review - 10.10. - DeRuths-Abschiedskonzert

Last Chance to Dance !!!

Hieß es am Freitag den 10.10. im ökozentrum Nossen. Grund: DeRuths gaben ihr letztes Konzert, in der Region, für uns.

Mit 210 Besuchern war das Event ansprechend besucht. Die Mühen der Vorbereitung waren – zum Glück – nicht umsonst. So wurden wieder – nicht ganz so intensiv wie sonst, aber ausreichend – viele Flyer verteilt, Online- und Myspace Werbung erledigt, extra die Bühne in der Maschinenhalle vergrößert und mit einem Drum-podest versehen, Technik und die Cocktailbar organisiert … und und und.

 

Opener waren wie beim letzt jährigen Herbstkonzert des MJV, Mikrokosmos 23 aus Meissen/Dresden. Die mit dem unpünktlichen Erscheinen ihres Bassisten – einer Zugverspätung sei dank – den ohnehin straffen Zeitplan erstmal „unter Druck setzten“ … jedoch auch mit ihren druckvollen und zeitgemäßen Songs erstmal die Halle füllten und den Vorgeschmack auf die beiden folgenden Bands verstärkten.


Die Co-Headliner Total Konfus überraschten – anders als gedacht – sensationell, wegen denen geschätzt alleine 80 Jugendliche erschienen waren. Viele neue Songs standen auf dem Programm … zu denen von einem Teil der Fans ordentlich mitgesungen und Pogo getanzt wurde. Die Halle war während ihres Auftritts proppevoll, so was hatte man in Nossen – zumindest bei einem Konzert – noch nicht erlebt und wird sicher bei Vielen lange in Erinnerung bleiben. Irgendwie herzerfrischend auch immer wieder Leo..s mit Ironie gespickten Ansagen: „wir spielen am 35.12. in Rosswein …ähh ja wann spielen wir denn überhaupt in Rosswein ??“ … „Machts gut, wir waren The Schlübbers“ …

 

 … Dann betraten DeRuths, nach etwas längerer Umbaupause die Bühne. Und setzten noch mal einen ordentlichen Glanzpunkt auf ihre langjährigen Kontakte zu uns. Sie gaben in den geschätzt 100 Minuten noch mal Alles, wie man es von so einer Spitzband erwartet. Sie spielten neuere Songs und altbekannte Klassiker wie "Genug", "Adrenalin", oder "Alien Crossing" ihres Repertoires … und ließen sich auch für insgesamt 5 Zugaben nicht lange betteln. Fakt ist, dass die, die ihren letzten Auftritt noch mal ordentlich mitfeierten offensichtlich Ihren Spaß daran hatten. Bis ca. 2.30 ließen dann noch ca. 30 Besucher den Abend bei „Mock La Rock“ aus Döbeln zu Ragga und Dancehall ausklingen.


Fazit für uns für bleibt, dass wir hoffen und denken mal wieder ein zeit- und jugendgemäßes Event organisiert und durchgeführt zu haben, was auch von vielen Besuchern bestätigt wurde … „musikalisch und stilistisch genial und ansonsten auch gelungen“.


Allerdings kam wieder zum Vorschein, dass v.a. bei vielen jüngeren Jugendlichen, das Verständnis für finanzielle Dinge (zumindest im Veranstaltungsbereich) fehlt, was durch Aussagen wie „da macht ihr ja richtig Geld, bei 6€ Eintritt“ bestätigt wird, die ähnlich nicht nur einmal am Abend zu hören waren. Mit 6€ Eintritt bei 210 Besuchern und den Bareinnahmen war die Veranstaltung „nur“ kostendeckend. (Was man aber im Bereich der Jugend – und Ehrenamtlichen Arbeit aber als finanziellen Erfolg Ansehen kann und MUSS) Vielen ist einfach nicht bewusst, dass Hallenmiete, Musikanlagenmiete, Aufwandsentschädigungen, Fahrt- und Materialkosten, Catering- und übernachtungskosten etc. schon einen erheblichen Teil der Kosten darstellen. Dabei enthalten ist aber noch keine Gage von Spitzenbands wie DeRuths.

 

Dank für die Arbeit für den und am 10.10. gilt.


Martin Fischer, Kristin Flade, Kristin- und Franziska Taffel, Jaqueline Schaal, Michael Illmer, Michael Müller, Lutz Mummert, Benjamin Schuster, Christian Strauß, Claudia- und Toni Willgart, Stanley Krahl und Freundin, Zinker, Christian Uhlemann sowie Beate Saft.


Dank für die Logistische, Technische und Materielle Unterstützung gilt:

1a Autoservice Werner-Nossen, Magic Lights GbR, Fa. Heizungsbau Liebe sowie Gartenbau-und Blumenladen-Neumann (Mergenthal/Nossen)


gez.
Jens Flade

Vorstand MJV e.V.

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von Robert Pfeifer

Zwischen Enttäuschung, Trotz und Feierlaune

Rock im Park Leuben feierte zehnten Geburtstag Dieses Jahr lief wirklich alles fast perfekt, zumindest bis zum einsetzenden Regen. Freitag, 15.08.2008, morgens gegen 9:00Uhr: In der Nacht haben heftige Gewitter eingesetzt und seitdem gießt es auf der Leubener Parkbühne in Strömen. Das komplette Gelände samt der Wiesen für die Camper steht unter Wasser. Zum Glück wurde die Bühne und sämtliche Technik bereits am Vortag aufgebaut und wetterfest gemacht. Was hier runterkommt, gleicht einem Wolkenbruch. Meteorologen vergleichen die Wetterkonstellation mit der vorm Hochwasser 2002. Resignation macht sich breit. Mal ernsthaft, wer soll heut beim Anblick aus dem Fenster die Motivation entwickeln, abends zu einem OpenAir zu gehen? Wird überhaupt jemand kommen? Sollen wir lieber absagen? Wird das unser finanzielles Minus mindern?

 

 

Die Veranstalter vom Rock im Park Leuben e.V. entscheiden sich, die Sache durchzuziehen und treffen damit die richtige Entscheidung. Trotz des Wetters kommen Freitag und Samstag jeweils 300 Besucher. Die Stimmung war wie eh und je beispielhaft. Es wurde getanzt und gefeiert. Die Bandauswahl war sensationell. „The Audience“, „Bandgeek Mafia“ und „44 Leningrad“ setzten Glanzpunkte und zeigten, dass es auch fernab der großen Städte gute Musik gibt. Lokale Nachwuchsbands wie „Bad Stuff“ aus Lommatzsch, „2Minuten30“ aus Döbeln oder „Within Living Memory“ aus Waldheim erstaunten ihre Zuhörer und die absoluten Lokalmatadoren „Durchaus In Der Lage“ aus Leuben zeigten, dass sie es auch nach 9 Jahren Bandpause noch drauf haben. Alle Gäste waren begeistert vom Programm, der guten Stimmung und vom Ambiente im Leubener Park. Sie trotzten dem Regen und tanzten völlig durchnässt bis Samstag nachts 2:00 Uhr.

 

Tagsüber gab es einen Luftgitarrenwettbewerb, Karaoke, einen lebendigen Kicker und eine Ausstellung über die Geschichte des OpenAirs. Die Enttäuschung will trotz allem bei den Veranstaltern nicht weichen. Abgesehen vom finanziellen Minus, waren viele der umfangreichen Vorbereitungsaufgaben umsonst. Die unzähligen Plakate, die tagelang gehangen wurden, oder die vielen Presseberichte, die geschrieben wurden. Dieses Jahr setzte man besonders auf überregionale Werbung und letztlich waren vor Ort nur Autokennzeichen aus der Umgebung auszumachen.

 

Mit über 70 Helfern war die Organisation bis ins letzte ausgeklügelt und perfektioniert. Die Bands bescheinigten den Veranstaltern nach dem OpenAir höchste Professionalität und meinten, dass sie so eine gute Organisation nur selten bei vergleichbaren Veranstaltungen erleben. Jede Band erhält nach dem Konzert ihren Auftritt auf DVD. Ein Team von 8 Jugendlichen unter der Leitung von Robert Hartzsch aus Lommatzsch filmte jeden Auftritt zeitgleich mit 5 professionellen Kameras. Der Rock im Park Leuben e.V. dankt allen Sponsoren und Unterstützern, allen Helfern, die bei der Vorbereitung und vor Ort ihr Bestes gegeben haben, dem Rainbow Biker Lommatzsch e.V., dem Mittelsächsischen Jugendverein e.V. dem Offenen Haus Lommatzsch, dem Rebell Circus e.V. und natürlich allen Gästen, die sich nicht vom Wetter abschrecken ließen.

Vorstand Rock im Park Leuben e.V.

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von Robert Pfeifer

Vom Geheimtip über Kultstatus ins Erwachsenenalter

Am 15. & 16.August feiert „Rock im Park Leuben“ sein 10-jähriges Jubiläum. Ein kleines, alternatives, familiäres und faires OpenAir will es sein. Zum Jubiläum sogar ein kleines Festival über zwei Tage. 10EUR Eintritt inklusive Zelten liegen fernab gewohnter und gestiegener Ticketpreise. Man wollte nie ein kommerzielles OpenAir sein. Die Veranstalter blicken nach Dänemark, nach Roskilde, wo einige tausend ehrenamtliche Jugendliche aus der Region mithelfen, erwirtschafteter Gewinn gemeinnützigen Einrichtungen gespendet wird und somit ein riesiges Festival entsteht. ähnlich geht es in Leuben zu (auch wenn hier alles ein wenig kleiner ist). 

Hier werkeln Fans für Fans. Hier steht die Musik im Mittelpunkt. 1999 begann man mitten in der Lommatzscher Pflege ein OpenAir zu veranstalten. Die einmalige Location sprach sich schnell herum und schon ein paar Jahre später erlangte Rock im Park Leuben Kultstatus. Die Generationen kamen und gingen und nach zehn Jahren macht man irgendwie immer noch genau das gleiche wie 1999: Bands in die Provinz holen, die sonst einen großen Bogen darum machen.


Dieses Jahr sind das nun wieder einige Perlen der Alternativ-Rock-Szene wie The Audience, The Heartbreak Motel, Peter Piek & The Colors, Recorder oder CF98. The Bandgeek Mafia und 44 Leningrad steuern die notwendige Portion Polka und Ska hinzu. Ein simples Rezept für ein Festival-Erlebnis, welches auf den überrannten Groß-Events abhanden gekommen ist. Auch wenn einem die Band-Namen nicht gleich etwas sagen… CF98 spielten zusammen mit Billy Talent, The Heartbreak Motel mit den Beatsteaks – um nur mal einige zu nennen! Nebenbei bemerkt rennt grad DSDS-Sieger Thomas Godoj mit einem „The Heartbreak Motel“ – T-Shirt rum, und macht fleißig Werbung für sie.


Freitag geht’s 20Uhr los. Am Samstag 16Uhr. Dazwischen kann man sich bei den CampArea Events auslassen - mit Karaoke, Luftgitarrenwettbewerb, einer Ausstellung zur Geschichte des OpenAirs und einem lebendigen Kicker. Einfache aber wirkungsvolle Zutaten für ein zufriedenstellendes Wochenenderlebnis. Das Nachmittagsfest auf dem Zeltplatz ist ohne Eintritt.

Die Tickets gibt’s auf www.rockinleuben.de, dort sind auch alle Vorverkaufsstellen gelistet.

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von Robert Pfeifer

erste Unplugged-Aufnahmen im Kasten

Wir haben sie überstanden - die bittere Kälte in der Kirche Rüsseina, Marsmenschen auf dem übertragungskanal, Knistern im Computer, ungestimmte Gitarren, kaputte DI-Boxen! Teil Eins der Unplugged-Sessions sind im Kasten oder vielmehr auf der Festplatte, doppelt gesichert, atombombenfest! Spaß hats gemacht, und deshalb geht es ab Mitte April weiter. Eher werde ich es nicht schaffen, hab noch Prüfungen, Studienprojekte usw. Dann aber wieder mindestens 2 Wochen am Stück. Bis jetzt haben die dreiviertel halben Akademiker, The friendliness is going happy, die Edelexperten, Times Like Sunday, Felix Werner in zahlreichen Variationen mit Julia, Kristin, Roland Christin und solo an der Orgel mitgemacht. Zusammen sind das 13 Lieder, die eigentlich schon für eine CD reichen.

Da das Projekt aber von allen Seiten gut angenommen wurde und ich auch ein ganzes Jahr (2 Semester) Zeit haben für die komplette CD-Produktion, sollten man dieses Projekt auch entsprechend weiterführen. Bitte meldet euch nochmal bei mir (juergen@mummi.net) wenn ihr mitmachen wollt. Ideal wäre ein Tag in der Woche in den letzten 2 April-Wochen, die Wochenenden sind immer schon schnell verplant.

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von Robert Pfeifer

das 6. Int. Blues & Rock Festival war erfolgreicher und schöner denn je...

Ruinen, Hüpfburg und Slide-Guitar
- Das Blues- und Rockfestival im Klosterpark Altzella ist charmant entspannt -
von Uli Kretzschmar

Woran liegt es nur, dass Rock und Blues im Klosterpark Altzella so unglaublich entspannend wirken? Ist es die Musik? Ist es der Ort? Ist es das Wetter, oder sind es die Leute?
Donnerstag, erster Mai, Himmelfahrt. Noch am Morgen hatte es geregnet aber gegen elf Uhr ist der Himmel blau, die Wolken ziehen langsam ab. Die ersten Sonnenstrahlen zaubern ein Lächeln auf jedes Gesicht und langsam erwacht das Festivalgelände. Noch ein kleines, verschlafenes Bier so kurz vorm Mittag? Was bruzzelt da eigentlich leckeres in der riesigen Pfanne? Erst mal hinsetzen und Sonne genießen, gleich hier vor der Bühne. Die ersten Gäste schlendern ins Festzelt, setzen sich aber sofort wieder nach draußen mit Blick auf die Bühne, denn das Wetter ist viel zu schön, um drinnen zu sitzen. Viele der Besucher kommen in Motorradkluft, zünftiger geht es nicht mehr. Auf der Bühne werkeln gemütlich Techniker und Musiker und bereiten den ersten Auftritt vor. Hier und da klimpert schon mal eine Gitarre und etwas später steht die erste Band auf der Bühne. Jimmy Bozeman aus den USA mit Folk- und Bluesband aus der Tschechischen Republik pendeln sich ganz leger auf das entspannte Publikum ein. Bozeman ist gut gelaunt und bittet höflich, aber doch nachdrücklich um ein kühles Dunkles. Darauf muss er allerdings warten, denn die Zapfanlage wird grad noch aufgebaut. Er zuckt mit den Schultern. „Macht nichts,“ sagt er „aber ich schwöre Euch, wir spielen hier so lange, bis ich endlich mein Bier habe.“ Er lacht und die Band beginnt zu spielen. Hank Williams schaut kurz vorbei, dann Townes van Zandt und ist das dort nicht Bob Dylan? Altzella liegt plötzlich irgendwo zwischen dem Delta und Tennesee.

Doch nicht lange, dann weht ein heftiger Wind den Blues von der Bühne und übrig bleibt ein kantiger Rock. Millstone aus den Niederlanden singen kraftvoll, rockig und auch ein wenig poppig, Gitarrenrock der neunziger Jahre eben. Das trifft den richtigen Nerv im Publikum. überall leichtes Taktklopfen mit dem Fuß und die Hände cool in den Taschen oder am Bierglas. Kinder tollen über die Wiese und springen übermütig in eine große Hüpfburg oder spielen Fußball hinterm Zelt. Am Rand ein kleiner Junge, der pathetisch ein Solo auf der Luftgitarre spielt.

Marty Hall sollte eigentlich mit Band auftreten, doch nun steht er allein da oben auf der Bühne und spielt seine Gitarre. Nein, er zaubert mit seiner Gitarre. Eigentlich sieht er aus wie der Durchschnittstyp von nebenan, aber sein Spiel ist manisch, wild und virtuos. Der Funke springt über und das Publikum ist begeistert, will noch mehr von den alten Blues- und Rocknummern wie etwa „Rock´n Roll Hoochie Koo“. Nach der letzten Nummer fordern die Leute Zugabe und klatschen heftig Beifall. Hall ist glücklich über die begeisterten Zuhörer, entschuldigt sich aber kurz: „Ich bin gleich wieder da, muss nur eine gerissene Saite reparieren, das geht aber ganz schnell.“ sagt er und ein paar Minuten später gibt er noch eine Zugabe. Am frühen Abend glühen die Ruinen von Altzella in der goldenen Abendsonne. Die nächste Band entführt uns an die mexikanische Grenze, bis fast nach Calexico. „Calaveras“ spülen wehmütige Mariachiklänge über das Publikum und malen Bilder von düsteren Italo-Western und felsigen Wüstenlandschaften. Kontrabass, Besen-Schlagzeug, Gitarre und Trompete – mehr braucht es nicht und schon schreiten Clint Eastwood und Lee van Cleef über die Wiese.

Die Bands auf dem Festival sind keine Stars, sie sind Musiker. Das ist ein Unterschied. Denn Musiker führen das Leben, das sie besingen. Einige von ihnen stehen schon seit ihrer Kindheit auf der Bühne, reisen von Auftritt zu Auftritt und spielen, nein: leben den Blues. Kees Schipper ist so einer. Seit mehr als zehn Jahren ist der Niederländer Gast in der Region und verkündet mit seiner Truppe den Blues. Schaut man ihm auf der Bühne zu, dann spürt man, dass er das nicht des Geldes oder des Ruhmes wegen tut. Das gegerbte Gesicht, das Spuren eines intensiven Lebens trägt, leidet mit bei jeder einzelnen Note. Es lächelt mit geschlossenen Augen, wenn der Song von Träumen erzählt und es zuckt krampfhaft, wenn er das Elend besingt. Die Gitarre hängt lässig vorm Bauch, leicht gebückte Haltung nuschelt Kees Schipper ins Mikro und kündet die nächste Nummer an, eine neue Geschichte aus dem richtigen Leben.

Den Rest des Abends bestreiten die Lokalmatadoren „Doktor Böhm Quintett“ und die selbsternannten „inventors of Rockin' Cartoon Pop“ Big Bad Shakin´. Der erste Tag vom Blues- und Rockfestival Altzella hatte all das, was dieses Festival besonders macht: Sonne, gute Laune, gute Musik und entspannte 1300 Besucher in der wunderbaren Atmosphäre vom Klosterpark Altzella.

Der Freitag gehört dem Regen. Bis kurz vor Programmbeginn am frühen Abend gießt es in Strömen und die Festivalwiese ist ein schlammiger Sumpf. Die Absage stand kurz bevor. Trotzdem kämpfen die sieben Bands, davon 2 regionale Jugendbands (Ora Vita und The Funky Monkeys) gemeinsam mit etwa vierhundert Zuhörern gegen die widrigen Umstände. Internationaler Headliner des Abends ist die polnische Band Fast Forward aus Warschau, als Ersatz für CF98 aus Kraków. Kurz nach Mitternacht schaffen es Ken Guru & The Highjumpers sogar, mit ihren Reggae-Klängen etwas Südseefeeling nach Altzella zu zaubern, auch wenn es tatsächlich nur ein paar Grad über Null sind. Das Fest endet, wie es begann: entspannt, locker und gemütlich, weit entfernt vom üblichen Festivalstress. Da liegt auch das Geheimnis dieses Festivals, die Antwort auf die Frage, warum Blues und Rock in Altzella so unglaublich entspannt rüberkommen: Das Blues- und Rockfestival in Altzella ist besonders, weil die richtigen Zutaten in der richtigen Dosis in den richtigen Topf gegeben werden. Freuen wir uns auf noch mehr Entspannung im nächsten Jahr im Mai beim „Internationalen Blues- und Rockfestival Altzella“.

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von Robert Pfeifer

„Rockladen unplugged“ – Eine Hommage an die Reinheit der Musik

Ihr sucht noch ein Geschenk für Weihnachten? „Rockladen unplugged“ –  ein außergewöhnliches und einzigartiges MusikProjekt (das fällt schon beim Betrachten des liebevoll gestalteten Booklet/Cover auf) in Zeiten von Retortenbands, Castingsshows und Vollplayback. Aufgenommen – innerhalb ein Jahres – in der Dorfkirche Rüsseina. Veröffentlicht als CD. Für 5 EUR ab Samstag, 20.12. erhältlich im Musikhaus Dassler Choren, Naturell Nossen, Christliche Buchhandlung Roßwein, weitere folgen....

 

Mit dieser CD ist es Produktionsleiter Jürgen Mummert gelungen – unter der Trägerschaft des Mittelsächsischen Jugendverein Rüsseina e.V., der TU Illmenau und der Unterstützung der Kirchgemeinde Rüsseina - ein Gesamtstück aus handgemachter Musik, Altbekanntem und Experimenten zu Schaffen. Auf der Scheibe sind insgesamt 14 Einzelkünstler, unplugged-Gruppen und Bands vertreten. Jeder hat sich dabei seine Position auf der Scheibe verdient.

Für internationalen Touch sorgen Soulseekers aus Dresden mit dem gebürtigen Schweden Stefan Johannson.
Handgemachte Musik gibt’s u.a. von 2Minuten30 aus Döbeln, den ¾ halben Akademikern aus Marbach sowie Mitch Buchannon und Recorder aus Dresden.
 
Altbekanntes – aber neu interpretiert – von: Julia Zetsche, Kristin Frost, PHQ und den Edelexperten. Experimente machten die Dresdner PostRockBand „The Friendliness is Going Happy“, die mit Kontrabass zu hören sind. In die Gruppe der Experimente lässt sich auch die Orgel-Improvisation von Felix Werner einordnen.

Aus dem reinem Jugendbereich hatten u.a. OraVita aus Nossen die Ehre auf der CD vertreten zu sein. Die musikalische Untermalung, zwischen den einzelnen Stücken, der CD bilden die –  einfachen aber keinesfalls einfalllosen – Zwischenpassagen mit italienischer Betitelung.

Was macht „Rockladen unplugged“ so besonders ??
1.    Die Aufnahme von Künstlern und Bands – unter Ausnutzung der besondern Akkustik – in einer Kirche.
2.    Der weitesgehende Verzicht auf künstliche Effekte und die Verwendung relativ einfacher (Aufnahme)Technik.
3.    Die Auswahl von Künstlern und Bands aus vielen MusikGenres - von der Schüler/Jugendband bis zum Profi !

… Nicht zu vergessen, der enorme zeitliche Aufwand für die Aufnahmen, das Mastern und das Layouten. So was produziert in Mittelsachsen – ganz groß!

Das Hören von „Rockladen unplugged“ gleicht einer (aufregenden) „Fahrt“ durch die Mittelsächsische Musiklandschaft  – fernab von spießigen Szenedenken im (Jugend)Musikbereich, Spaßmusik auf Dorfesten oder altbackenen, jungendfremden Klängen. Begeben auch Sie sich auf die Reise !

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von Robert Pfeifer

2. Bandwettbewerb Döbeln

Der Bandwettbewerb gehört nun der Vergangenheit an. Die drei Organisatoren bedanken sich bei allen beteiligten Bands und ihren Fans. Wettbewerbe beinhalten den Leistungsvergleich und eine Platzierung. Man erfährt, welchen Stellenwert eine Band bei Fachpersonal und Publikum hat. Da das für junge Musiker nicht ganz unbeachtlich ist, haben wir versucht, objektive Bewertungskriterien heranzuziehen und subjektive Bewertungen einzugrenzen.

Die Jury war mit 12 Personen besetzt. Das beugt internen Absprachen vor. Außerdem kamen die Teilnehmer der Jury aus verschieden Bereichen. In einer großen Auswertung werden wir die einzelnen Ergebnisse noch einmal genauer beleuchten und euch zukommen lassen. Der Auswertung wurde ein Zensurensystem zugrunde gelegt. Das Publikum spielte mit 40 Prozent schon eine große Rolle. Das merkte man vor allem bei der Auswertung der Stimmzettel von Mitch Buchannon und From a Silent Hill. Diese beiden Bands wurden mehrheitlich auf den ersten Platz gesetzt.

Damit Fangruppen nicht nur die eigene Band favorisieren, haben wir die Vergabe bis Platz 5 eingeführt. Somit musste auch der unmittelbare Fan, andere Bands einstufen. Dadurch erhielten wir eine objektivere Publikumswertung. Leider verhielten sich einige wenige Fans dann trotzdem sehr ungerecht und setzten nur ihre Band auf den ersten Platz und bewerteten die anderen nicht mit. Diese Stimmzettel konnten nicht gewertet werden. Vielleicht fehlte dann der einen oder anderen Band der entscheidende Punkt.

Der Bandwettbewerb ist eine Momentaufnahme des Musikgeschehens in unserer Region. Verschiedene Musikrichtungen wurden präsentiert. Bei 15 Bandbewerbungen und 8 vorgestellten Bands war das Interesse für den Wettbewerb ansprechend. 210 Gäste besuchten die Veranstaltung. Das waren die Hälfte der Zuschauer von 1998 in Großbauchlitz. Vor zehn Jahren waren Konzerte und Bandwettbewerbe etwas Besonderes und die Musikszene in Döbeln trat geschlossener auf. Besonders gefreut hat uns, dass neben den Musikern von Dr. Böhm Quintett die Bands Projekt Headquarter, 2min30, EherUncool, Four Roses und andere. mit Mitgliedern vor Ort waren. Vermisst haben wir manche Jugendsozialarbeiter und Vorstände von anderen Jugendeinrichtungen. So ein Bandwettbewerb bietet Möglichkeiten, die Jugendkulturszene kennen zu lernen und Bands für die eigene Club- und Konzertarbeit anzusprechen oder sich auszutauschen. Der Organisator vom Meinsberger Open Air war vor Ort und hat sich mit Interesse die Bands angeschaut. Auch Frau Petzold vom Kulturamt der Stadt stattete dem Bandcontest einen Besuch ab.

Mit 210 Besuchern und einem Eintrittspreis von 5,00 ist eine solche Veranstaltung nicht finanzierbar. Gema, Miete Volkshaus, Catering, Preise, Musikanlage und anderes kosten nun einmal etwas. Deshalb bedanken wir uns noch einmal beim Jugendamt des LRA Mittelsachsen, der Stadt Döbeln, dem Musikhaus Daßler und bei der Pestalozzi Mittelschule Hartha und Jörg Feller für die Unterstützung.

R. Taffel Stellv. Vors. MJV

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von Robert Pfeifer

Tätigkeitsbericht 2007

Beim eigentlichen Tagesgeschäft des MJV, der Schuljugendarbeit an der Mittelschule Hartha, gab es in diesem Jahr das LOS Projekt mit der Schultanzformation Black Diamonds aus Hartha. Im Rahmen des Fördermittelprogramms wurden der wöchentliche Trainingsbetrieb, Workshops, die Anfertigung von Kostümen, die Gestaltung des Trainingsraumes und der Kulissen unterstützt. Eine große Leistung zeigte Anne Dietrich aus Leipzig. Die ehemalige Nossener Gymnasiastin betreibt in Leipzig ein eigenes Tanzstudio und trainierte die Mädchen und Jungen in Hartha im modernen und klassischen indischen Tanz. Von der Ausdrucksstärke bis zum original indischen Kostüm stimmte da alles.
Beim Tanzfest in der neuen HarthArena zeigte der MJV wieder, dass er in der Lage ist, mit seiner Organisations- und Technikcrew eine Großveranstaltung zu planen und durchzuführen. Den Programmablauf der Tanzshow übernahm die Tanzpädagogin Frau Iser. Die Workshops im Vorfeld organisierten Frau Berger, Frau Iser und Herr Taffel.

Mehr als 300 Zuschauer erlebten eine tolle Tanzshow, die von den Vereinsmitgliedern Sven und Ronny und Peter Zabelt toll ausgeleuchtet wurde. Unabhängig vom LOS Projekt entstand unter der Federführung des MJV eine neue Trainingsstätte für Tanzgruppen in der Dance Factory Hartha, (Gebäude der Firma Estler). Unter großem Einsatz von Familie Berger, befreundeten Firmen und den Black Diamonds entstand ein Objekt mit großem Tanzraum mit Spiegelwand, 2 Clubräume, ein Proberaum und ein moderner Sanitärbereich.

Für kleine Livemusikveranstaltungen ist der Tanzraum auch geeignet. Christin Frost und Kees Schipper zeigten es am 12.12.07. Auch im Jahr 2007 war der MJV einer der Projektträger des Ganztagsprojekts in der Pestalozzi Mittelschule Hartha. über den Verein laufen wichtige Arbeitsgemeinschaften, Workshops im Medienbereich und die Absicherung der Betreuung durch MAE Kräfte und Praktikanten. Das große Musikevent – Wir suchen unsere Stars- wird durch den MJV technisch betreut und mit Begleitmusikern unterstützt.

Der MJV war auch an der Durchführung eines Musiklagers im Jugendzentrum Grillensee bei Naunhof beteiligt. Hier übernahmen die Vereinsmitglieder die Betreuung und die musikalische Anleitung. Peter Lencer von Jamboree und Ingo Paul von Four Roses halfen dabei. In den Winterferien und im April führte der MJV Musikworkshops im Offenen Haus Lommatzsch und bei der evangelischen Jugend in Weißeritzkreis durch. Junge Musiker der Bands Dr. Böhm Quintett und Times Like Sunday waren federführend tätig.

Zum 6. Mal organisierte der MJV einen eigenen Messestand bei der Ausbildungsmesse –azubi und studientage -. Diesmal nahmen wir mit 10 Jugendlichen in Chemnitz Ende April teil. Neben der Band U-Turn weilte auch die italienische Band Killjoy in der Mittelschule Hartha und übte gemeinsam mit den Schülern im Mai. Im Jugendclub Sunshine stellten dann die Schülerbands Bloody Mary und Worthy Fairy ihr Können vor. Killjoy beendete mit einer tollen Show den Abend. Der MJV wurde vom Meinsberger Dorfclub zum 2. Mal zur Durchführung des Volleyball- turniers eingeladen. Die Jugendlichen legen den Spielmodus fest, planen den Ablauf und werten die Spiele aus. Dabei wenden wir ein Konzept vom Deutschen Turnfest an. Im September und Oktober besuchten 25 Jugendliche die Stiftung Vertizontaal in Breda. Dort wurde das Jugendzentrum Pop Corner eingeweiht. Der MJV nahm mit Mirko Gaumnitz von Textplosiv und Bloody Mary an der Einweihung teil. Bei der zweiten Begegnung besuchten wir ein großes Festival in Breda, lernten das Deltagebiet der Maas kennen und gaben mit Caveman, Worthy Fairy und Times Like Sunday in zwei Clubs Konzerte.

Im Sommer unterstützte der MJV den KUNO e.V aus Nossen beim Kunstcamp. Vereinsmitglieder betreuten die Jugendlichen nach den Workshops. Es gab sportliche Aktivitäten, Wanderungen, eine Tour in den Teufelswald zu Nossen und natürlich Livemusik. Nach dem Wegfall des Proberaums bei der Firma Polster in Rosswein betreut der MJV noch die Proberäume in Rüsseina und Hartha. Im Domizil Nossen gibt es Gitarren- und Keyboardunterricht für Anfänger. Kleine Workshops werden auch angeboten. Im Technikraum werden unsere Plakate, verschiedene Materialien und Musiktechnik gelagert.

Die Zusammenarbeit mit der Beatzentrale Sachsen wurde fortgeführt. Als Jurymitglieder waren Vereinsmitglieder tätig. Durch die Zusammenarbeit ergeben sich für junge Bands auch Auftrittsmöglichkeiten, wie z.B mit der GrungeBand Penus aus Reichenbach am 19.01.2008 in Nossen, oder den Auftritten von Lord Green in Meissen und Altzella im Jahr 2007.

Dank für die aufopferungsvolle und kontinuierliche Arbeit gilt:
Kristin Taffel, Jaqueline Schaal, Claudia Willgart, Franziska Taffel, Lutz Mummert, Christian Frenzel, Toni Willgart, Stanley Krahl, Falk Wagenzink, Benjamin Schuster, Sven Jähnigen, Ronny Schumann, Peter Zabelt, Erik Weichold, André Gleibe, Friedemann Hartzsch, Christoph Heimann, Beate Saft, Kai Lommatzsch, Michael Ilmer, Michael Müller und Patrick Teich.

Wir danken für das Sponsoring und die Förderung:
dem Kulturraum Mittelsachsen, dem KJR Meißen, dem LRA Döbeln (Jugendamt und Amt für Arbeit und Beschäftigung), LOS Chemnitz, den Kreissparkassen Döbeln und Meißen, der Allianz Kulturstiftung, sowie Eulitz Motors Lüttewitz und dem Fordautohaus Nossen.

gez. Roland Taffel
i.A. Jens Flade

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